Tierschutzdebatte im Kieler Landtag

Tierschutzdebatte im Kieler Landtag

FDP will Qualzucht verbieten, Schwarzgrün zunächst nur aufklären

Die Schottische Faltohrkatze hat unter anderem mit Knochendeformationen zu kämpfen. Foto: Thirdman/Pexels

Über den Umgang mit Qualzuchten soll zunächst weiter im Ausschuss beraten werden. Ein Antrag des SSW zu einer umfassenden Tierschutzstrategie wurde dagegen abgelehnt.

Die schwarz-grüne Mehrheit im Kieler Landtag hat eine Tierschutzstrategie für Schleswig-Holstein abgelehnt. Dem Antrag des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) hat außer diesem selbst nur die SPD zugestimmt, die FDP hat sich enthalten.

SSW will Tierschutzstrategie

Wenn über Tierwohl gesprochen werde, gehe es überwiegend um den Bereich der Nutztierhaltung, sagte der SSW-Abgeordnete Michael Schunck am vergangenen Freitag im Landtag: „Tierschutz ist weitreichender, und daher wollen wir eine landesweite Strategie für den Tierschutz.”

Zentrale Punkte der SSW-Forderung:

  • Klare, messbare und ehrgeizige Tierschutzziele für Nutz-, Heim- und Wildtiere
  • Ein konkreter Aktionsplan für die Umsetzung
  • Ausweitung der Förderung von Stallumbauten im Land
  • Stärkung des Veterinärwesens
  • Finanzielle Unterstützung der Tierheime
  • Maßnahmen gegen den illegalen Welpenhandel

Der SSW forderte die Landesregierung zudem auf, sich im Bund dafür starkzumachen, die Kürzungen und zeitlichen Begrenzungen des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung rückgängig zu machen. Schunck: „Durch staatliche Förderungen sollten entsprechende Maßnahmen wie mehr Platz und Auslauf im Stahl oder die Unterstützung der artgerechten Verhaltensweisen umgesetzt werden.”

Michael Schunck (SSW) Foto: SSW

Die neue Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) wies in der Debatte darauf hin, dass das Tierwohl ein hohes Gut sei, es aber eine deutliche Diskrepanz zwischen dieser gesellschaftlichen Forderung und dem „Kaufverhalten jedes Einzelnen“ gäbe: „Das erzeugt Unsicherheit und erschwert langfristige Investitionsentscheidungen“, sagte sie mit Blick auf die Landwirtschaft.

Auch sei es bedauerlich, dass der Bund die Förderung der Stallumbauten nun früher auslaufen lasse. „Gleichwohl wissen wir um die finanziellen Grenzen des Bundes“, so Schmachtenberg weiter.

FDP will Verbot von Qualzuchten

Die FDP-Fraktion forderte in einem gesonderten Antrag, im Tierschutzgesetz ein bundesweit einheitliches Verbot für Ausstellung, Verkauf und Zucht von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen aufzunehmen.

Qualzuchten wie Französische Bulldoggen haben regelmäßig mit schweren Atemproblemen zu kämpfen. Foto: Erik McLean/Pexels

„Tierärztinnen berichten von Katzen mit deformierten Schädeln, von Hunden, die nie rennen können, Jungtieren, die kaum einen Monat alt sind und schon operiert werden müssen, und Halterinnen und Halter, die erst erfahren, dass ihr Tier leidet, wenn es schon kaum therapierbar ist”, begründete die FDP-Abgeordnete Annabell Krämer den Antrag. Qualzucht dürfe daher weder eine Modeerscheinung noch ein Geschäft sein.

Annabell Krämer (FDP) Foto: Fördeblick - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Ein Alternativantrag der schwarzgrünen Koalition, der statt auf Verbot zunächst auf Aufklärung setzt, wurde gemeinsam mit dem FDP-Antrag in den Umwelt- und Agrarausschuss verwiesen.

Kommt die Katzenschutzverordnung im ersten Halbjahr 2026?

Wenig Neues gibt es derzeit zum Thema Katzenschutzverordnung. Sie ist für das erste Quartal des neuen Jahres angekündigt. Allerdings stehen genau in diesem Zeitraum zunächst noch die Verbändeanhörungen an. „Realistisch müssen wir wohl hoffen, dass es wenigstens im ersten Halbjahr noch dazu kommt“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzbundes Schleswig-Holstein, Ellen Kloth.

Ellen Kloth, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Schleswig-Holstein. Foto: Behrens

 

 

Zurück