Tiermedizin: Tierschutzbund fordert Wegfall der Mehrwertsteuer
Am 4. Oktober ist Welttierschutztag
Der Deutsche Tierschutzbund fordert den Wegfall der Mehrwertsteuer auf tierärztliche Leistungen. Eine wichtige Forderung, nicht nur anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober.
Am 4. Oktober, dem kommenden Sonnabend, wird der Welttierschutztag gefeiert. Der Deutsche Tierschutzbund erinnert die schwarz-rote Koalition in Berlin daran, dass sie den stark belasteten Tierheimen in ihrem Koalitionsvertrag Unterstützung bei Investitionen versprochen hatte. Und dass sie gemäß Artikel 20a Grundgesetz „Tierschutzgebot“ den Tierschutz generell voranbringen muss. Der Deutsche Tierschutzbund stellt den diesjährigen Welttierschutztag daher auch unter das Motto "Tierschutz ist Regierungspflicht".
"Tierschutz ist Regierungspflicht"
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, kritisiert die offensichtliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit: „Hilfe für die Tierheime, die an ihren Belastungsgrenzen sind, haben Union und SPD zwar versprochen, in den Haushaltsentwürfen gehen die Einrichtungen aber bisher leer aus.“ Die mehr als 740 im Deutschen Tierschutzbund organisierten Tierschutzvereine fordern, dass die nötigen Mittel, unter anderem für Sanierungen, in den kommenden Bundeshaushalten eingesetzt werden, sodass die Einrichtungen sie unbürokratisch abrufen können.
Daneben forderte die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Mitte September ein Verbot des Online-Handels mit Tieren und eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, wie sie in einzelnen Bundesländern schon gilt oder zumindest beschlossen ist, darunter Schleswig-Holstein.
Mehrwertsteuer für tierärztliche Leistungen muss entfallen!
Eine weitere zentrale Forderung: „Die Mehrwertsteuer für tierärztlichen Leistungen muss entfallen, um den Tierschutz und private Tierhalter zu entlasten.“ Damit fordern der Deutsche Tierschutzbund und seine Mitgliedsvereine erstmals die Gleichstellung der Tier- mit der Humanmedizin, die seit jeher von der Mehrwertsteuer befreit ist. Die Regelung würde sowohl die Tierheime als auch die Millionen Tierhalterinnen und Tierhalter in der Bundesrepublik entlasten.
Erleichterungen fordert der Tierschutzbund außerdem für die Millionen Rinder, Schweine, Hühner, Schafe und andere als Nutztiere in der Landwirtschaft gehaltenen Tiere. Thomas Schröder appelliert an die Bundesregierung, den längst überfälligen „tiergerechteren Umbau der Haltungssysteme“ anzugehen, für den seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums ursprünglich Mittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vorgesehen waren. Die sich aber jetzt im Haushaltsentwurf nicht wiederfinden.
Eine weitere Forderung betrifft die ins Stocken geratene Reduktionsstrategie bei den Tierversuchen. Hier müssten endlich die Alternativmethoden konsequent gefördert werden und in den Vordergrund rücken. Die skandalöse Tötung der zwölf Paviane im Nürnberger Zoo ist für den Deutschen Tierschutzbund nur die Spitze des Eisbergs und wirft ein Schlaglicht auf Tiere in der Unterhaltungs- und Eventbranche. Nicht artgerechte Haltungen in Zirkussen und Zoos müssten unterbunden werden, forderte die Mitgliederversammlung.
Weitere wichtige Forderungen: eine Reformierung der Straftatbestände im Tierschutzgesetz sowie eine Regelung für zuchtbedingte Qualzucht-Merkmale. Und last but not least: eine pflanzenbasierte, vegetarische Ernährung müsse gefördert werden. Eine Forderung, die Tier- und Klimaschutz zugleich zugutekommt. Und das nicht nur am 4. Oktober.