Thomas Schröder auf Tierheim-Sommertour im Norden
Tierschutzbund-Präsident zu Gast in Schleswig-Holstein
Die angespannte finanzielle Situation der überfüllten Tierheime stand im Vordergrund der Visiten in Elmshorn, Kiel und Weidenfeld.
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, informierte sich in der vergangenen Woche über die angespannte Situation in schleswig-holsteinischen Tierheimen. In Elmshorn traf er Notfallhündin Amalie, die übrigens am 5. Juli unser Vermittlungstier war. Unmittelbarer Anlass des Besuchs an der Krückau: Die langjährige Tierheim-Chefin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Elmshorn, Brigitte Maeder, tritt nach 16 Jahren von ihrem Amt zurück. Schröder verlieh der Elmshorner Tierschützerin im Beisein der Landesvorsitzenden des Tierschutzbundes Ellen Kloth die Silberne Ehrennadel des Deutschen Tierschutzbundes.
Ziele neben Elmshorn: Kiel und Weidenfeld
Im Kieler Tierheim Uhlenkrog war Schröder das erste Mal. Zum Abschluss seiner Rundreise besuchte er noch das Tierschutzzentrum Weidenfeld in der Nähe von Kappeln, das direkt vom Deutschen Tierschutzbund betrieben wird. Anlass des Besuchs an der Schlei war der Patentag des Tierschutzzentrums.
Wie ein roter Faden zog sich jedoch die angespannte und oft dramatische Situation der mit Katzen und Hunden überfüllten Tierheime durch die kleine Sommertour. Die Vermittlung der Tiere ist in den letzten Jahren immer langwieriger geworden, nicht zuletzt durch die teils dramatisch gestiegenen Lebenshaltungs- und Tierarztkosten. Gleichzeitig ist auch die finanzielle Situation der Tierheime zusehends schwieriger geworden. Denn obwohl die Heime mit der Aufnahme behördlich beschlagnahmter Tiere als Vereine eine kommunale Pflichtaufgabe übernehmen, ist die individuell ausgehandelte Kostenerstattung vielerorts alles andere als kostendeckend.
150.000 Euro nur für Tierarztkosten
Allein für Tierarztkosten rechne das Tierheim Elmshorn inzwischen mit 150.000 Euro pro Jahr, sagte Brigitte Maeder dem Hamburger Abendblatt: „Aber wenn dann ein schönes Schicksal kommt oder wir dann doch für Amalie noch ein Heim finden, dann ist es die ganze Anstrengung wert.“
In Kiel war Thomas Schröder sichtlich beeindruckt von der Vielfalt der Tiere und der zeitgemäßen Art ihrer Haltung. In Elmshorn ist es aktuell die Erweiterung des Tierheimes an der Justus-Liebig-Straße, die viele Kräfte bindet. Da ist es kein Zufall, dass dort nun die ehemalige Schatzmeisterin des Vereins, Susanne Kehrhahn-Eyrich, das Ruder von Brigitte Maeder übernimmt. Mit Rudern kennt sie sich übrigens auch aus: Im bürgerlichen Beruf arbeitet sie im Presseteam des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Am Schildkrötengehege in Kiel: beeindruckt von der Art der Tierhaltung im Tierheim Uhlenkrog.