Tierfreundlicher Garten im Winter
Im Garten und auf dem Balkon lässt sich viel für Tiere tun
Mitte November – langsam wird es Zeit, den Garten oder auch den Balkon winterfest zu machen. Wer dabei nur einige Grundregeln beachtet, leistet zugleich dem Tierschutz einen wichtigen Dienst.
Der Igel etwa hat es in diesem Herbst besonders schwer, die Meldungen über verletzte und tote Tiere häufen sich in den vergangenen Wochen. Wer in seinem Garten Totholzstapel oder Haufen mit Reisig und Laub hat, sollte diese den Winter über liegen lassen. Es sind ideale Winterquartiere für Igel, die dort Schutz vor der Kälte finden. Auch für die Möglichkeit, Erdmulden zu nutzen, sind Igel dankbar. Wer möchte, kann ihnen sogar ein Igelhaus bauen.
Im Kompost ist es auch im Winter warm
Im Kompost bleibt es aufgrund der biologischen Aktivität auch den Winter über relativ warm. Das freut unter anderem die Erdkröte, die hier ihr Winterquartier aufschlagen kann. In Steinhaufen und Mauern finden ebenfalls Amphibien und Reptilien Unterschlupf, aber zum Beispiel auch Insekten.
Wer seine verblühten Blumen stehen lässt, dem ist der Dank von Insekten und Vögeln sicher. Die Vögel lieben die Samen, die ihnen in den nahrungsarmen Monaten gerade recht kommen. Insekten finden in den Stängeln Unterschlupf. Es müssen nicht immer Sonnenblumen sein, aber natürlich sind sie besonders ergiebig. Aus dem gleichen Grund sollte man im Herbst nicht sämtliche gefallenes Laub entfernen. Vielen Tieren dienen die verwelkten Blätter als Obdach.
Kirschbäume und Brombeerbüsche als Versteck und Nahrungsquelle
Kirschbäume oder Brombeerbüsche bieten Vögeln in den Wintermonaten als Versteck und Nahrungsquelle zugleich. Darüber hinaus ist es durchaus gerechtfertigt, Vögeln im Winter mit etwas Futter unter die Flügel zu greifen. Gerade Amsel, Drossel, Fink, Spatz und Meise können unsere Hilfe brauchen. Durch sich stetig verschlechternde Umweltbedingungen, natürlich auch den menschengemachten Klimawandel, finden sie immer schwerer Futter. Das gilt vor allem für die Monate zwischen Oktober und April und insbesondere für Frostperioden. Hinzu kommt, dass bei weitem nicht mehr alle Zugvögel für die gesamte Kälteperiode in den Süden ausweichen. Auch diese Tiere nehmen gerne ein wenig Hilfe an.
Die heimischen Singvögel lassen sich übrigens in Körner- und Weichfutterfresser unterteilen. Daneben gibt es die dritte Gruppe der Allesfresser.
Körnerfresser wie Spatzen und Finken bevorzugen
- Sonnenblumenkerne
- Erdnüsse
- Hanf- und Leinsamen
- Getreide (z. B. Weizen oder eingefette Haferflocken)
Wichtig: Kerne und Körner müssen unbehandelt und ungesalzen sein.
Weichfutterfresser wie Amseln, Rotkehlchen oder Zaunkönige bevorzugen Obst, insbesondere
- Getrocknete Beeren
- Äpfel und Birnen
Allesfresser sind dagegen Meisen, Kleiber, Spechte und Zeisige. Sie nehmen
- Obst
- Haferflocken
- Kleie
Körner- und Weichfutter sollte idealerweise im Garten oder auf dem Balkon an verschiedenen Futterstellen angeboten werden, sodass die Tiere sich nicht in die Quere kommen. Für Katzenbesitzer:innen gilt selbstverständlich: Die Futterstellen oder Vogelhäuschen müssen für die Raubtiere unerreichbar angebracht werden.
Herbstputz nicht übertreiben
Wer einen Gartenteich besitzt, sollte es mit dem Herbstputz jetzt nicht übertreiben. Amphibien und Libellen nutzen das Wasser – gegebenenfalls auch vereist – zum Überwintern. Für die Libellen sind dabei insbesondere das Vorhandensein alter Pflanzenstängel wichtig.
Und auch ein toter Baum sollte nicht achtlos abgeholzt werden. Sein hohler Stamm ist ein idealer Rückzugsort für Fledermäuse. Wer darüber hinaus unterstützen möchte oder über keinen toten Baum verfügt, kann Fledermauskästen am Gartenhaus oder der Hausfassade anbringen.
Apropos Fassade: Etwaiger vorhandener Fassadenbewuchs bietet wiederum Insekten und auch Vögeln Winterquartier, unter Umständen sogar mit Nahrungsversorgung.
Der NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) hat weitere Tipps für einen natur- und tierschutzfreundlichen Garten.