Tiere vor extremer Hitze schützen

Tiere vor extremer Hitze schützen

Die meisten Haus- und Wildtiere leiden unter Hitze und Trockenheit

Tiere brauchen bei hohen Temperaturen jederzeit Zugang zu Wasser. Foto: Bethany Ferr / Pexels

Die Sommer werden immer extremer und heißer. Wie schützen wir die Tiere vor der Hitze?

Es ist erst Juni und doch drohen in dieser Woche auch in Norddeutschland Temperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten. Das bedeutet Stress für Mensch und Tier. Anders als Menschen können Tiere nicht über die Haut schwitzen. Für manche Tiere kann es bei extremer Sommerhitze dramatisch werden.

Relativ gut angepasst sind zum Glück noch unsere Hauskatzen, das beliebteste Haustier der Deutschen. Das hat auch etwas mit ihrer Abstammungsgeschichte als Tier aus Wüste und Savanne zu tun. Katzen regulieren ihre Körpertemperatur in erster Linie über Schweißdrüsen an den Pfoten. Sie suchen sich in der Regel in Haus, Garten oder Wohnung eigenständig ein ruhiges Schattenplätzchen. Freigängerkatzen werden tendenziell die Tagesrandzeiten – früh morgens oder spät abends – für ihre Streifzüge nutzen.

Doch Achtung – wenn nicht ausreichend Schattenplätze vorhanden sind, sollten wir den Katzen welche einrichten.

Auch Katzen brauchen immer ausreichend Wasser und Schatten

Zudem sollten wir Menschen darauf achten, dass die Katzen jederzeit genug Wasser zum Trinken zur Verfügung haben. Manche Katzen trinken nicht gern. In diesem Fall ist es ratsam, ihnen vermehrt Wasser unters Futter zu mischen. Ein Trinkbrunnen stößt in der Katzenwelt dagegen auf ein sehr geteiltes Echo. Das muss der Halter oder die Halterin gegebenenfalls ausprobieren.

Wer Kaninchen oder Meerschweinchen in Außengehegen hält, muss dafür sorgen, dass schattige Bereiche vorhanden sind. Notfalls müssen sie geschaffen werden. Für Frische und etwas Feuchtigkeit können außerdem vorgekühlte Steinplatten oder feuchte Tücher sorgen, die man in die Gehege hängt.

Etwas schwieriger ist es meist mit Hunden. Sie regulieren ihre Körpertemperatur primär über das Hecheln. Manche Hunde sind sehr hitzeempfindlich, andere weniger. Manche kühlen sich gern im Wasser ab, andere weniger. Mit diesem Wissen sollten die Halter:innen agieren.

Natürlich gilt auch für Hunde: Jederzeit Zugang zu ausreichend Wasser. Bei den Gassigängen sollte darauf geachtet werden, verstärkt die Tagesrandzeiten zu nutzen. Also möglichst früh am Morgen und gerne auch nach Sonnenuntergang die Gassirunde machen. Auf den Gassirunden selbst sollten besonders sonnige Strecken ebenso gemieden werden wie heißer Asphalt oder Pflastersteine. Besser ist es, Sandwege und schattige Wiesen zu nutzen. Dichte Wälder haben auch bei Hitze ein merklich angenehmeres Mikroklima. Das weiß auch der Hund zu schätzen. Natürlich sollte auch Hunden zuhause immer ein Schattenplatz zur Verfügung stehen.

Hunde nie im Auto zurücklassen!

Ein No-Go im Sommer ist es, den Hund im Auto zurückzulassen. Selbst bei noch moderaten Temperaturen kann sich ein Auto-Innenraum stark aufheizen. Temperaturen von 50 Grad Celsius sind im Sommer im stehenden Auto keine Seltenheit. Das kann schon bei einem vermeintlich kurzen Stopp an der Bäckerei passieren. Da reicht auch kein geöffneter Fensterspalt mehr, es besteht akute Lebensgefahr für den Hund. Menschen, die einen Hund im geschlossenen Auto auf einem Parkplatz sehen, sollten umgehend die Polizei verständigen.

Generell gilt bei allen Tieren, die bereits Anzeichen von Überhitzung wie starkes Hecheln – auch Katzen können im Extremfall hecheln – und Unruhe zeigen: Schnell handeln! Das Tier muss sofort aus der Hitze gebracht werden. Der Körper sollte beginnend bei den Gliedmaßen umgehend mit kühlem Wasser abgekühlt werden. Bei Symptomen, die auf einen Hitzschlag deuten, muss ein Tierarzt aufgesucht werden. Dringende Warnsignale sind Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen und Bewusstlosigkeit.

Garten und Balkon hitzegerecht gestalten

Auch Wildtiere leiden unter der Sommerhitze. Wir können unsere Gärten und Balkone darauf ausrichten. Flache Wasserschalen versorgen nicht nur unsere Katzen oder Hunde, sondern auch Igel, Eichhörnchen oder Vögel. Die vermissen nämlich, gerade wenn es länger trocken war, die Pfützen und Wasserstellen in der Natur. Für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge eignen sich flache Wasserstellen mit hineingelegten Steinen oder Holzstücken, die als „Inseln“ zum Landen und Starten dienen.

Und generell gilt: Naturnahe Gärten mit dichter Bepflanzung spenden Schatten und bleiben auch bei großer Hitze verhältnismäßig kühl. Das gefällt Mensch und Tier genauso wie den meisten Pflanzen.

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