Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke
Ein Haustier sollte nur reiflich überlegt angeschafft werden
Ein Tier ist unter keinen Umständen ein geeignetes Weihnachtsgeschenk. Denn es ist keine Sache. Und auch keine Überraschung.
Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke. Man kann nicht oft genug auf diese Regel hinweisen. Denn allzu schnell landen lästig gewordene Neu-Mitbewohner:innen in den ohnehin schon überlasteten und unterfinanzierten Tierheimen.
Ein Katzen- oder Hundewelpe unter dem Weihnachtsbaum – manch ein Kinofilm, manch Roman greift dieses Thema mehr oder weniger humorvoll auf. In der Realität ist es aber überhaupt keine gute Idee, ein Haustier zu verschenken. Auch dann nicht, wenn Kinder sich nichts sehnlicher wünschen als einen tierischen Hausgenossen. Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke.
Die Entscheidung über ein Haustier sollte ausschließlich gemeinsam von der ganzen Familie gefasst werden. Denn es gibt einiges zu bedenken. Auch Dinge, deren Tragweite sich oft erst nach längerer Zeit herausstellen.
Die Anschaffung eines Haustiers muss von der Familie gemeinsam geplant werden
So muss geklärt sein, wer für die Bedürfnisse des oder der neuen Mitbewohner:in – es sollten in manchen Fällen wie etwa jungen Katzen auch mindestens zwei sein – verantwortlich ist. Unter Umständen muss ein Arbeitsplan aufgestellt werden. Schließlich will das Tier regelmäßig gefüttert werden. Katzentoiletten müssen täglich gereinigt werden, Gehege von Kleintieren ebenfalls. Hunde müssen mindestens drei Mal am Tag Gassi gehen. Und zwar länger als fünf oder zehn Minuten.
Gesichert sein müssen auch die Kosten, die ein Tier – oder zwei – nach sich ziehen. Und die gehen weit über Futter, Zubehör und Spielzeug hinaus. Tierarztkosten können unter Umständen auch in den hohen drei- und sogar vierstelligen Bereich gehen. Sollte hier eine Tierkrankenversicherung abgeschlossen werden. Für Hunde wird eine Steuer fällig.
Eine weitere wichtige Frage: Gibt es ein zuverlässiges Umfeld aus Nachbarn, Freunden und Verwandten, die das Tier bei Wochenendausflügen und Urlauben der Familie betreuen oder bei sich aufnehmen?
Ist die Wohnsituation für das Tier geeignet? Soll die Katze(n) ausschließlich in der Wohnung gehalten werden? Wenn ja – bietet die Wohnung ausreichend Möglichkeiten, eine katzengerechte Umgebung herzustellen? Wenn nein – ist das Umfeld der Wohnung oder des Hauses verkehrsberuhigt, so dass möglichst wenig Gefahren für das Tier entstehen? Oder gibt es sogar die Möglichkeit einen Garten für die Katze(n) ausbruchssicher umzugestalten? Im Falle eines Hundes: Passt die Wohnsituation und die Größe der Wohnung oder des Hauses zum neuen Mitbewohner?
Eine Katze oder ein Hund kann ein Alter von 20 Jahren erreichen. Schon allein mit dieser Tatsache verbinden sich viele Fragen, die unbedingt vor Anschaffung eines Tieres besprochen und geklärt sein sollten.
Das Konzept „Haustier als Geschenk“ passt nicht zu all diesen unbedingt erforderlichen Entscheidungen. Denn in allzu vielen Fällen landet das lästig gewordene Tier schon bald nach den Festtagen in einem Tierheim. Und die sind auch schon ohne verfehlte Weihnachtsgeschenke überlastet.
Das Tierheim sollte vielmehr erster Anlaufpunkt sein, wenn die Familie sich nach gründlicher Überlegung entschieden hat, ein Haustier anzuschaffen.