Petition fordert Nachtfahrverbot für Mähroboter
Im Erfolgsfall muss sich der Kieler Landtag mit Igelschutz befassen
Seit dem 19. Februar läuft die Petition „Igelschutz in Schleswig-Holstein – Nachfahrverbot für Mähroboter“. Bis Ende März müssen noch rund 700 Menschen unterzeichnen.
Rund 1.300 Menschen haben die Petition für einen besseren Igelschutz bislang unterschrieben. Wenn das Quorum von 2.000 Unterschriften erreicht wird, befasst sich der schleswig-holsteinische Landtag mit der Petition und ihrer zentralen Forderung, einem Nachtfahrverbot für Mähroboter. Noch bis zum 1. April kann die Petition „Igelschutz in Schleswig-Holstein – Nachfahrverbot für Mähroboter“ unterzeichnet werden.
Rund 1.300 Menschen haben bislang unterschrieben
Initiiert und vorangetrieben wurde die Petition von Antje Seebens-Hoyer vom Nabu Preetz-Probstei; unterstützt wird sie außerdem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Petition läuft seit dem 19. Februar.
Die Argumentation der Petition ist klar:
„Igel sind unverzichtbare Nützlinge in unseren Ökosystemen. Ausgerechnet in unseren Gärten, die eigentlich Rückzugsräume für die Tiere sein sollten, lauert mit dem Mähroboter eine tödliche Gefahr. Statt bei Gefahr zu fliehen, rollen Igel sich zusammen. Diese bewährte Überlebensstrategie schützt vor Fressfeinden, nicht jedoch vor scharfen Klingen. Die Hersteller der Geräte reagieren mit Sensoren und technischen Anpassungen. Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Die Systeme funktionieren nicht zuverlässig, besonders bei den kleineren Jungtieren gibt es Probleme.“
Die Petition beklagt zudem den rückläufigen Bestand von Igeln in Schleswig-Holstein und darüber hinaus in Deutschland. Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) steht seit 2024 auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Gefordert wird neben dem Nachtfahrverbot und einer begleitenden Infokampagne, dass das Land Schleswig-Holstein sich im Bundesrat auch dafür einsetzt, diese Maßnahme für besseren Igelschutz bundesweit einzuführen.
Bislang nur lokale Nachtfahrverbote
Bislang gibt es lokale Nachtfahrverbote für Mähroboter in Köln, Leipzig und Hamburg; in Schleswig-Holstein bestehen entsprechende Verfügungen in Lübeck und Bad Oldesloe. Im Kreis Plön dagegen war der Nabu 2025 mit einem solchen Vorstoß noch gescheitert.
Eine Studie des Leibniz-Instituts hatte vergangenes Jahr geschätzt, dass ein Nachtfahrverbot die tödlichen Verletzungen von Igeln durch Mähroboter um 80 Prozent reduzieren könnte. Da Igel nacht- und dämmerungsaktive Tiere sind, sind sie vorwiegend in der Dunkelheit unterwegs und dann auch stärker gefährdet. Nabu und BUND streben jedoch ein komplettes Verbot der Geräte an. Auch der Deutsche Tierschutzbund rät zu einem kompletten Verzicht auf Mähroboter und auch Laubsauger. Die lauten Maschinen stellen neben allen anderen ökologischen Schäden, die sie anrichten, ebenfalls eine erhebliche Gefährdung für Igel dar. Die Tiere können eingesaugt und getötet werden.
Die Petition für ein Mähroboter-Nachtfahrverbot kann hier noch bis Ende März unterschrieben werden.