Katzenschutzverordnung: Die Argumente sind überwältigend

Katzenschutzverordnung: Die Argumente sind überwältigend

Kastrationspflicht für Freigängerkatzen hätte nur Gewinner

Eine Kastrationspflicht würde das Elend von Straßenkatzen reduzieren. Foto: Deutscher Tierschutzbund

Am Mittwoch steht der Antrag der SPD für eine flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht im Kieler Landtag zur Abstimmung. Alles spricht dafür.

Schleswig-Holstein hat am morgigen Mittwoch die Chance, nach Berlin und gemeinsam mit Niedersachsen zum Vorreiter gegen das Katzenleid auf Straßen, Brachen und Hinterhöfen zu werden.

Die SPD-Fraktion bringt einen Antrag in den Kieler Landtag für eine Katzenschutzverordnung ein, die eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen samt qualifizierten Ausnahmen sowie eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht umfasst. Die Argumente für eine solche Verordnung, die in Schleswig-Holstein bislang nur in wenigen Gemeinden gilt, sind überwältigend:

 

  • Eindämmung der ungehinderten Vermehrung der Katzenpopulation
  • Eindämmung des daraus resultierenden Elends der freilebenden Population
  • Den Tieren wird der Druck genommen, sich zu vermehren
  • Kastrierte Kater streunen weniger und leben sicherer
  • Ernährung und Gesundheit von Freigängerkatzen profitieren
  • Entlastung für ohnehin überlastete Tierheime, auch finanziell

 

Die Argumente für eine Katzenschutzverordnung überwiegen jeden Einwand bei weitem. Dass die Einhaltung einer Katrationspflicht wahrscheinlich niemals zu 100 Prozent kontrolliert und durchgesetzt werden kann – geschenkt. Aber schon, wenn sich die Kastrationsrate der Freigängerkatzen signifikant erhöht, ist allen geholfen: den Tieren, den Halterinnen und Haltern und am Ende der Kette auch den Tierheimen und den öffentlichen Haushalten.

Eine Kastrationspflicht würde öffentliche Haushalte nichts kosten

Eine Katzenschutzverordnung ist eine einfache Maßnahme, die dem Land kein Geld kostet, aber die Tierheime und damit auch die Kommunen erheblich entlastet. Die Fundtierzahlen bei Katzen und damit die Fundtierkosten für die Kommunen werden zurückgehen.

Dass die Kastration von Katzen ein schwerwiegender Eingriff sei, wird schon dadurch dementiert, dass dies seit vielen Jahren für Teile der Katzenpopulation in deutschen Haushalten der Normalfall ist. Viele glückliche Katzen und Kater sprechen eine deutliche Sprache. Auch eine Einschränkung der Entscheidungsfreiheit von Halterinnen und Haltern ist nicht nachvollziehbar. Die Kastration weiblicher und männlicher Katzen wird seit vielen Jahren von Tierarztpraxen empfohlen und ist längst Konsens unter verantwortungsbewussten Halterinnen und Haltern.

Die FDP-Fraktion bringt außerdem Anträge in den Landtag ein, die mehr Geld für Katzen-Kastrationsaktionen und eine finanzielle Unterstützung der Tierheime im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs sowie eine bessere Ausstattung der Tierheime, unter anderem durch die Rücknahme der Kürzungen im Rahmen der Haushaltssperre, fordern.

Alle Maßnahmen, die die SPD und die FDP Landtagsfraktionen beantragen, werden dringend benötigt, um die Tierheime im Land am Leben zu erhalten.

Es ist zu hoffen, dass die Abgeordneten des Landtags in diesen Fragen die Parteigrenzen hintenanstellen und sich für das Tierwohl entscheiden.

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