Jahreshauptversammlung: Leid der freilebenden Katzen bleibt auf der Tagesordnung

Jahreshauptversammlung: Leid der freilebenden Katzen bleibt auf der Tagesordnung

Katzenschutzverordnung soll am 30. Juni kommen

Gaston Prüsmann erhält von Ellen Kloth die Ehrennadel in Gold des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Jahreshauptversammlung wählt Maik Picker zum neuen Ersten Beisitzer im Vorstand des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes.

Maik Picker ist neuer Erster Beisitzer im Vorstand des Landesverbandes Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes. Er wurde von der Jahreshauptversammlung am 25. April in Mölln einstimmig zum Nachfolger von Gaston Prüsmann gewählt, der sein Amt aus Altersgründen abgibt. Picker wie Prüsmann kommen aus dem Tierschutz Mölln/Lauenburg und Umgebung; Prüsmann ist dort noch bis Ende Juni Erster Vorsitzender, Picker ist Schriftführer im Vorstand und leitet zudem die Tierrettung des Tierschutzvereins, die auch ein wichtiger Akteur in der Rehkitzrettung ist.

Maik Picker aus Mölln neu im Vorstand – Gaston Prüsmann verabschiedet

Susanne Tolkmitt, Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Lübeck, wurde einstimmig in ihrem Amt als Erste stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig bestätigt wurde Schriftführer Marc Nadolny, Erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Rendsburg und Umgebung. Zugleich wurde Gaston Prüsmann aus dem Vorstand verabschiedet. Das wichtigste für ihn sei, dass er seine Arbeit „in guten Händen“ weiß. Für seine langjährige engagierte ehrenamtliche Arbeit im Tierschutz erhielt er die Ehrennadel in Gold des Deutschen Tierschutzbunds.

Wichtigstes Thema des zurückliegenden Jahres war für die Erste Vorsitzende Ellen Kloth die am 28. Februar 2025 vom Landtag beauftragte Katzenschutzverordnung in Schleswig-Holstein, die erste in einem Flächenland. Die Verbändeanhörung habe mittlerweile stattgefunden, so Kloth, der Entwurf der Verordnung sei vernünftig, „weil klar in den Aussagen“. Freigängerkatzen müssten demnach künftig kastriert, gekennzeichnet und registriert sein: „Wir gehen davon aus, dass das Startdatum 30. Juni steht“, so Kloth, die zuständige Ministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) habe es mehrfach bestätigt. So in dieser Woche erneut in den Kieler Nachrichten (Paywall).

Kloth: Kastrationsaktion bleibt „unerlässlich“

Festgeschrieben in der Katzenschutzverordnung ist auch die jährliche landesweite Kastrationsaktion der freilebenden Katzen. Kloth sieht diese „zweite Säule“ als „unerlässlich“ an, „wenn wir die unkontrollierte Vermehrung von Hauskatzen und das Leid der freilebenden Katzen in den Griff bekommen wollen.“

Im laufenden Jahr sind als Sponsoren weiterhin die Hamburger Bastet-Stiftung mit 15.000 Euro (2025: 10.000 Euro), die Humane World for Animals (HWA) mit 5.000 Euro und der Deutsche Tierschutzbund mit dem Landesverband mit zusammen 20.000 Euro an Bord.

Als weitere vorrangige Themen auch für die künftige Arbeit nannte Ellen Kloth die Einführung einer verpflichtenden Eignungsprüfung für Hundehalter:innen, den sogenannten Hundeführerschein, das Ende der Tierversuche in Deutschland und auch Schleswig-Holstein, den Schutz der Nutztiere in der Landwirtschaft und die Aufgabe, die Finanzierung der Tierheime gegen alle Sparauflagen in den Bundes- und Landeshaushalten weiterhin zu gewährleisten.

Jugendtierschutz: Passives Interesse in aktive Mitarbeit umsetzen

Zu einer lebhaften Diskussion kam es gegen Ende der Jahreshauptversammlung um den Jugendtierschutz. Die Jugendverantwortliche Pia Balder nannte die sozialen Medien als „wichtigen ersten Schritt“, den Nachwuchs an den Tierschutz heranzuführen. Die schwierigste Hürde ist es ihrer Erfahrung nach jedoch, das passive Interesse an Tieren und Tierschutz in eine aktive Mitarbeit umzusetzen. Hier gebe es in den Mitgliedsvereinen häufig noch Luft nach oben.

In der anschließenden Diskussion wurden einerseits Ideen genannt, wie Kinder und Jugendliche für den Tierschutz gewonnen werden könnten – zum Beispiel durch Schulbesuche oder Aktivitäten in Tierheimen, wie sie etwa Lübeck, aber auch andere Vereine anbieten. Andererseits wurde auch die wichtigste Hürde für eine effiziente Jugendarbeit benannt: die Überlastung mit dem Alltagsgeschäft in den oft überfüllten Tierheimen.

Der neue Vorstand des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein. Obere Reihe stehend von links nach rechts: Daniela Dorn (Kassenführerin), Marc Nadolny (Schriftführer), Susanne Tolkmitt (Erste stellvertretende Vorsitzende), Maik Picker (1. Beisitzer), Susanne Kehrhahn-Eyrich (2. Beisitzerin); untere Reihe sitzend von links nach rechts: Nicole Schmonsees (Zweite stellvertretende Vorsitzende), Pia Balder (Landesjugendbeauftragte) und Ellen Kloth (Erste Vorsitzende).

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