Geliebt und vernachlässigt – die Hauskatze

Geliebt und vernachlässigt – die Hauskatze

Weltkatzentag am 8. August

Mindestens 75.000 Straßenkatzen leiden in Schleswig-Holstein. Die genaue Zahl kennt niemand. Fotos: Deutscher Tierschutzbund (2)

Mit der Katzenschutzverordnung hatte zuletzt auch die Politik den Blick auf das beliebteste Haustier der Deutschen gelenkt. Doch es bleibt viel zu tun, um das Leid der Straßenkatzen zu minimieren.

Der Weltkatzentag am 8. August steht in Schleswig-Holstein in diesem Jahr ganz im Zeichen der Einführung der Katzenschutzverordnung am 1. Juli. Seither gilt für alle Freigängerkatzen im Bundesland eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Zugleich gilt allerdings noch eine sechsmonatige Übergangspflicht, in der der neuen Regelung noch keine direkten Konsequenzen wie etwa Bußgelder folgen.

Viele Tierschützer:innen werden am 8. August, dem kommenden Samstag, auf Märkten und Straßen stehen, um über die mindestens 75.000 Straßenkatzen im Land und ihre elende Situation zu informieren. Aber auch, um an Halter:innen zu appellieren, ihre Freigängerkatzen gemäß der neuen Katzenschutzverordnung zügig kastrieren zu lassen, um weiteres Katzenleid zu verhindern.

Eine – hoffentlich – vorübergehende Katzenschwemme

Derzeit spüren die Tierheime in Schleswig-Holstein einen besonderen Druck. Da ist auf der einen Seite die übliche allsommerliche Kittenschwemme, die Hunderte und Tausende kleine Katzenwelpen mit oder ohne Mutter in die Tierheime bringt. Aber in diesem Jahr ist auch spürbar, dass manch verantwortungslose:r Halter:in oder auch solche, die finanziell nicht dazu in der Lage sind, ihre Tiere kastrieren zu lassen, versuchen, sich ihrer unkastrierten Katzen zu entledigen. Manch Tierheim im Land hat daher so viele Katzen wie noch nie zu versorgen. Und später hoffentlich auch zu vermitteln.  

Fast 16 Millionen Hauskatzen leben mittlerweile in deutschen Haushalten. Katzen sind mit großem Abstand das beliebteste Haustier der Bundesbürger. Leider ist noch nicht zu allen Halter:innen durchgedrungen, dass mit einer, oder besser zwei Hauskatzen im eigenen Heim auch eine große Verantwortung für die großartigen Tiere einhergeht. Eine verantwortungsvolle Haltung ohne Kastration ist de facto nicht vorstellbar.

Auch sollten alle, die über die Anschaffung von Katzen nachdenken, in großen Zeiträumen denken: Katzen können bei guter Haltung 20 Jahre alt werden. In jedem Jahr muss geklärt sein, wie die Urlaubszeit abläuft, wie die laufenden Kosten – vor allem auch die tierärztliche Versorgung – zu sichern sind und dass die Tiere immer ausreichend Liebe und Beschäftigung erfahren. Das ist alles nicht selbstverständlich.

Wann verbietet Schleswig-Holstein den Abschuss von Hauskatzen?

Mit der Katzenschutzverordnung ist ein großer Schritt in Schleswig-Holstein für eine bessere Zukunft der Hauskatzen gemacht. Erste positive Folgen werden sicher in ein bis zwei Jahren zu spüren sein. Doch noch gibt es viel zu tun. Die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes nach einer bundesweiten Katzenschutzverordnung ist hier zu nennen – bislang existieren sie auf Landesebene neben Schleswig-Holstein nur in Hamburg (seit 1. Januar), Berlin, Bremen und definierten Hotspots im Saarland.

Und für Schleswig-Holstein? Das Land sollte den Beispielen etwa aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Saarland folgen und endlich den Abschuss von Hauskatzen wegen angeblicher „Wilderei“ verbieten. 2580 Katzen sind 2023/24 während eines Jahres in Schleswig-Holstein erschossen worden. Seither veröffentlicht das Land keine diesbezüglichen Statistiken mehr. Denn der Aufschrei war groß. Ein Abschussverbot wäre die konsequente Ergänzung zu Katzenschutzverordnung und den zwei Mal jährlich durchgeführten Kastrationsaktionen von Straßenkatzen.
Frank Behrens

Neuer Katzenschutzreport 2026 – Veröffentlichung des Deutschen Tierschutzbundes zum Weltkatzentag (PDF-Download)

 

Fast 16 Millionen Hauskatzen leben mittlerweile in deutschen Haushalten – oft heiß geliebt und verwöhnt. Foto: Monique Laats / Pexels

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