Fledermäuse: Licht und Schatten

Fledermäuse: Licht und Schatten

Widersprüchliche Trends

Großes Mausohr hängend unter einer Brücke. Foto: MissMhisi - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61715814

Eine wachsende Population in Schleswig-Holstein stößt an Grenzen und kämpft mit Baumaßnahmen und Insektensterben.

Die Zahl der Fledermäuse in Schleswig-Holstein ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Wurden im Jahr 2017 nur rund 5500 der nachtaktiven Tiere gezählt, waren es 2024 schon mehr als 11.000. Doch das Wachstum der Population hat eine Schattenseite – die Tiere finden im Land zwischen den Meeren und auch in Hamburg immer weniger Schlupflöcher.

Dabei setzen sowohl Baumaßnahmen als auch das Insektensterben und die intensive Landwirtschaft den geschätzt 15 Fledermausarten in Norddeutschland zu. Letzteres führt dazu, dass sich viele der Fledermäuse nicht ausreichend ernähren können.

Fledermauskasten an einer Hochhausfassade. Foto: Behrens

Fledermauskasten an einer Hochhausfassade. Foto: Behrens

Fledermäuse leben häufig auf Dachböden oder in Kellern, hinter Rollläden und Fassaden – oft unbemerkt. Das ist nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) der Grund, warum sie häufig von Baumaßnahmen vertrieben werden. Dabei gibt es gute Möglichkeiten, den Fledermäusen auch bei Sanierungsbedarf ihre Bleibe zu erhalten. So können Flachbretter, Flachkästen oder Höhlenkästen angebracht werden, um den Tieren einen passenden Unterschlupf zu gewähren. Die Kästen können entweder im Fachhandel gekauft oder relativ einfach nachgebaut werden. Eine Anleitung zum Bau bietet der NABU hier.

Fledermäusen helfen

Doch auch im eigenen Garten kann viel für die geschwinden Nachtjäger getan werden. Ein fledermausfreundlicher Garten hat nektarreiche, nachtblühende Pflanzen und Obstbäume. Nachtblüher wie Leimkraut oder Wegwart locken Nachtfalter an, Obstbäume Insekten. Beide dienen den Fledermäusen als Nahrung. Auch ein Teich trägt zu einem fledermausfreundlichen Mikroklima bei. Selbstverständlich sollte im Garten auch im Interesse der Fledermäuse auf die Verwendung von Gift und Pestiziden verzichtet werden. Weitere Tipps zur Gartengestaltung finden sich hier.

Die Zwergfledermaus wiegt bis zu sieben Gramm. Foto: Manuel Werner, Nürtingen (Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg) CC BY-SA 2.0 de

Die Zwergfledermaus wiegt bis zu sieben Gramm. Foto: Manuel Werner, Nürtingen (Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg) CC BY-SA 2.0 de

Das Wachstum der schleswig-holsteinischen Population in den letzten Jahren geht vor allem auf ehemalige Bundeswehr-Einrichtungen und Bunker zurück, die für Fledermäuse optimiert wurden wie etwa der alte Munitionsbunker in Hohenlockstedt (Kreis Steinburg).

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Die unterschiedlichen Arten unterscheiden sich teils sehr stark – vor allem im Gesicht und auch in der Größe. In Schleswig-Holstein sollen rund 15 von weltweit 1270 Fledermausarten heimisch sein. Dazu zählt die Zwergfledermaus mit einer Flügelspannweite von rund 25 Zentimetern, nur etwa viereinhalb Zentimetern Körpergröße und einem vergleichsweise winzigen Gewicht von nur dreieinhalb bis sieben Gramm. Auch das Große Mausohr kommt in Schleswig-Holstein vor. Es hat eine Flügelspannweite um 40 Zentimeter, eine Körperlänge zwischen 6,7 und 8,4 Zentimeter und bringt immerhin zwischen 20 und 40 Gramm auf die Waage.

Großes Mausohr im Flug. Foto: C. Robiller / Naturlichter.de - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20710924

Großes Mausohr im Flug. Foto: C. Robiller / Naturlichter.de - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de

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