Das Tierheim Bad Oldesloe zieht voraussichtlich nach Mönkhagen

Das Tierheim Bad Oldesloe zieht voraussichtlich nach Mönkhagen

Umzug wahrscheinlich Ende 2027

Künftiges Hauptgebäude des Tierheims Bad Oldesloe in Mönkhagen. Foto: Tierschutzverein Bad Oldesloe e. V.

Die Suche nach Resthöfen und Gewerbeflächen blieb erfolglos, doch Nordstormarn, Oldesloe-Land und Sandesneben-Nusse bieten dem Tierschutzverein eine Eigenimmobilie an.

Der Tierschutzverein Bad Oldesloe hat aller Voraussicht nach einen neuen Standort gefunden. Die kooperierenden Ämter Nordstormarn, Oldesloe-Land und Sandesneben-Nusse haben dem Verein ein Grundstück in der Gemeinde Mönkhagen (Nordstormarn) westlich von Lübeck-St. Lorenz und Stockelsdorf zur Pacht angeboten. Das Grundstück verfügt über ein Bestandsgebäude, das instandgesetzt und erweitert werden soll; zudem soll ein Neubau errichtet werden, der künftig die Hundeabteilung beherbergen soll.

Wie geplant, wollen die drei Ämter einen Zweckverband gründen und die Immobilie an den Tierschutzverein verpachten. Ob die Stadt Bad Oldesloe, seit 1977 Heimat des Tierheims, dem Zweckverband noch beitritt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die Stadt Reinfeld, die ebenfalls zum Zuständigkeitsbereich des Tierheims gehört, will sich nicht beteiligen. Was mit den dortigen Fundtieren künftig geschieht, ist offen. Voraussichtlich wird sich die Stadt mit dem Tierheim darüber einigen müssen. Das träfe auch auf Bad Oldesloe zu, würde der Beitritt zum Zweckverband scheitern.

Pachtvertrag in Oldesloe läuft voraussichtlich Ende 2027 ab

Der Pachtvertrag des Tierschutzvereins für den bisherigen, seit 1977 bestehenden Standort am Anna-Heitmann-Weg in Bad Oldesloe läuft zum 31. Dezember 2026 aus. Allerdings wurde seitens der Stadtwerke, die das Grundstück von der Gemeinde zur Erweiterung der Kläranlage übernehmen, eine Verlängerung bis Ende 2027 in Aussicht gestellt.

Eine Frist, die der Tierschutzverein dringend gebrauchen kann. „Realistisch betrachtet können die geplanten Bauarbeiten in Mönkhagen erst im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen werden“, sagt Anke Müller-Behrens, die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Oldesloe: „Wir rechnen damit, dass wir 2027 anlässlich des 50jährigen Bestehens des Tierheims am Anna-Heitmann-Weg dort noch unser letztes Sommerfest veranstalten können.“

Sommerfeste und Adventsbasare werden am neuen Standort in Mönkhagen eine Herausforderung. Denn der neue Standort liegt zwar an der Peripherie der Großstadt Lübeck, ist aber nur durch eine Bushaltestelle an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Die meisten Besucher:innen werden also auf den privaten Pkw angewiesen sein. Das gilt auch für die Mitarbeiter:innen und die ehrenamtlichen Helfer:innen, die traditionell eine wichtige Rolle für das Oldesloer Tierheim spielen.

Lage des künftigen Tierheims ist nicht einfach für den Verein

Derzeit kommen viele zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Anna-Heitmann-Weg. Das wird in Mönkhagen nicht mehr möglich sein. Erschwerend kommt hinzu, dass dort nur Raum für sechs oder sieben Parkplätze vorhanden ist. Ein Parken an der vorbeiführenden Bundesstraße ist nicht möglich. Unter Mitarbeiter:innen und Helfer:innen laufen bereits erste Absprachen für Fahrgemeinschaften.

Anke Müller-Behrens ist dennoch froh, dass die drei kooperierenden Kommunen dem Verein den Standort in Mönkhagen anbieten. Unter den gegebenen Umständen sei dies derzeit die einzig realistische Perspektive für das Tierheim: „Unsere Suche nach Resthöfen oder Flächen in Gewerbegebieten war leider etwas desillusionierend für uns“, sagt Müller-Behrens. Bei Resthöfen besteht das Problem, dass eine Umnutzung der landwirtschaftlichen Fläche fast unmöglich ist; das aber heißt, dass Um- und Anbauten in der Regel baurechtlich nicht zulässig sind, weil sie dann als Zersiedelung gelten. Was dem Landwirt in den meisten Fällen unbürokratisch genehmigt wird, bleibt auf diesen Flächen einem Tierschutzverein verboten.

Bei Gewerbeflächen hat sich herausgestellt, dass der Tierschutzverein als Pächter oder Mieter in der Regel chancenlos ist. Er gilt zwar als Gewerbe, zahlt aber keine Gewerbesteuer. So bleibt Mönkhagen aktuell die tragfähigste Lösung für den Tierschutzverein Bad Oldesloe.

 

Rückansicht des derzeitigen Gebäudebestands in Mönkhagen. Foto: Tierschutzverein Bad Oldesloe e. V.

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